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BEN-DAVID, GERSCHON

Gerschon Ben-David, Kind einer jüdischen Mutter, wuchs in Köln bei Pflegeeltern auf. Sofort nach dem Krieg machte er sich auf die Suche nach seiner eigenen jüdischen Familie und gelangte so nach Bergen-Belsen. Mit den Überlebenden, unter denen er seine Angehörigen nicht fand, gelangte er 1947 nach Israel. Mitte der 50er Jahre begann er zu schreiben, und zwar auf deutsch. Er gehört weder zu denen, die schon als Dichter nach Israel kamen und auf deutsch weiterschrieben wie Werner Kraft und Else Lasker-Schüler, noch zu denen, die wie Jehuda Amichai, Dan Pagis und Tuvia Rübner bewußt ins Hebräische übergingen. 1962 Mitarbeit an einem "Oral History"-Projekt der Hebrew University Jerusalem über Auschwitz; während eines Studienaufenthalts in Deutschland hörte er die Aussagen von Tätern vor dem Auschwitzprozeß in Frankfurt. So entstand über die Jahre in immer stärker verdichteten Zyklen ein überpersönliches und vielschichtiges Bild.

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ALLEIN eine Esse

und das Korn grauer Winde

stören den Schlaf.


Ich sitze am Rand der Posaune

nicht klüger als Noah

doch die Brücke sägt schnell

fauliges Holz.


Auch die Tauben haben ihre Flügel abgelegt

und die Flut ist voll

zu verschlingen;

denn wir haben die Lagerfeuer

gelöscht und die Leuchttürme

von Oswiecim.


Allein eine Esse und Wind.
 

 

 

Auftritte im Lyrik-Kabinett


Mittwoch, 22.10.1997, 20:00 Uhr
In den Wind werfen

Versuche über Metabarbarisches: Gerschon Ben-David (1930 Köln - 1975 Jerusalem): In dem vorgestellten Band sind zwei Stimmen zu hören: Die poetische Stimme wird von Stella Avni, die dokumentarische von Renate Birkenhauer verkörpert. mehr Informationen...
 
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