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für die Tapferkeit vor dem Freund, /
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse /
und die Nichtachtung /
jeglichen Befehls.

(Ingeborg Bachmann)

Das Lyrische Quartett vom 26.03.2014

Mit Gast Werner von Koppenfels

War die letzte Ausgabe noch überaus kritisch zu Werke gegangen, dominierte im ersten Lyrischen Quartett 2014 zunächst das Lob. Gast Werner von Koppenfels präsentierte Eugenio Montale als „sichere Wahl“ und hob die Qualitäten der Übersetzungen von Christoph Ferber hervor: Weil die neue Ausgabe das Spätwerk stärker berücksichtige, habe man erstmals „den ganzen Montale“ vorliegen. Der italienische Dichter, der von sich selbst sagte, er habe seine frühen Gedichte im Frack und seine späten im Pyjama geschrieben, werde hier „strenger angepackt“ – ein großes Plus der neuen, „spröderen“ Übersetzungen.

Als „fabelhaft“ bezeichnete Heinrich Detering in der Folge auch die Gedichte von Daniela Danz’ neuem Band „V.“. Der Buchstabe, literarisch berühmt geworden durch Thomas Pynchons gleichnamigen Roman und Brechts Verfremdungseffekt, stehe hier für ein „Vaterland“, das nicht nur als „patria“, sondern auch im Sinne der ursprünglichen Wortbedeutung als allerkleinste und engste Heimat verstanden sei: „des Vaters Acker“. Dieses Thema, sagte Detering, bearbeite Danz „so virtuos, dass sie ihre Virtuosität nicht mehr ausstellen muss“. Harald Hartung war skeptischer. Er finde die Gedichte „ein bisschen überstark gearbeitet“ und sagte: „Ich vermisse hier den Schlafanzug.“

Noch kritischer ging es bei der Besprechung der neuen Bände von Johannes Kühn (vorgestellt von Harald Hartung) und Friederike Mayröcker (vorgestellt von Kristina Maidt-Zinke) zu. All das können Sie hier in Gänze nachhören:

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