lust-auf-lyrik_01

Gedicht /
Reimt sich /
Lässt einen träumen /
Eintritt in andere Welten /
Apokalypse

(Marie-Kristin Taddiken, 9a)

Neue Lyrik-Perlen aus Neuperlach II

Werner-von-Siemens-Gymnasium Neuperlach 
Klasse 7b (Aufbaustaffel)
 

Klassleitung: Sebastian Wolf 
Projektleitung: Karin Fellner und Pierre Jarawan 
Abschlussabend: 4. Juni 2014; Kulturhaus Neuperlach 

Der Helikopter, der über die Anders-Welt stieg

Der Helikopter, der über die Anders-Welt stieg.
Der Helikopter, der die kleinen Tropfen des runden haarigen Blattes fliegen ließ.
Der Helikopter, der die Pusteobjekte steigen ließ.
Der Helikopter, der den Herrschern ein Rätsel war …
„Die Herrscher?“, fragt ihr.
JA! Die Herrscher, die einen großen, breiten, braunen Stamm haben.
Die Herrscher, die mehr Blätter besitzen, werden als Bäume der Weisheit bezeichnet.
Und genau dieser allmächtigen Bäume der Weisheit konnten das Rätsel nicht lösen.
So holten sie die kleinen schneeballigen Helfer.
Mit ihren Flügeln flogen sie dem Helikopter nach.
Der Helikopter, der bereits das Rosskastanien-Reich vernichtet hatte.
Der Helikopter, der im schrecklichen Unkraut-Horizont verschwunden war.
Lina Armanazi

Paula Eistert

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Auf dem Schulhof

Auf dem Schulhof steht ein Baum
ein Kastanienbaum
ein Rosskastanienbaum
ein ca. 9 Meter hoher Rosskastanienbaum
ein 16 Jahre alter, ca. 9 Meter hoher Rosskastanienbaum

ein blühender
ein hellgrün blühender
ein hellgrün blühender mit einer Rinde
ein hellgrün blühender mit einer braunen Rinde

mit einer braunen, faltigen Rinde
mit einer braunen, faltigen, durchflochtenen Rinde
mit einer braunen, faltigen, von Pilzen und Moosen durchflochtenen Rinde

Auf dem Schulhof steht ein
hellgrün blühender, 16 Jahre alter, ca. 9 Meter hoher Rosskastanienbaum
mit einer braunen, faltigen, von Pilzen und Moosen durchflochtenen Rinde,

in dem eine 5-beinige Ameise lebt.

Jonas Lippert

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Kleine Katzen

Kleine Katzen batzen, kratzen,
haben Krallen an den Tatzen.
Jagen morgens durch den Wald,
ohne Stopp, ohne Halt,
fangen mittags eine Maus,
tun sie abends vor dein Haus.
Sehn sich dort im Spiegel an,
fragen sich: „Wer das wohl sein kann?“
Mögen die Frau, verachten den Mann.
Der will sie mal streicheln, doch kommt nicht an sie ran.
Doch versteht es nicht falsch: Sie wollen ihn nicht hassen,
sie müssen nur auf ihn aufpassen,
all die verschiedenen Katzenrassen.
Und stoßen sie mal um ein, zwei Tassen,
macht das nichts,
denn das ist das Ende des Gedichts.

Diana Sirowinski

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Fotos © Pierre Jarawan