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Langsamer träumen! denke ich und sehe /
mich nach Deckung um

(Harald Hartung)

Münchner Reden 13

Michael Krüger

Das Ungeplante zulassen. Eine Verteidigung des Dichterischen

In seiner ‚Münchner Rede zur Poesie‘ greift Michael Krüger eine der ältesten Streit-Fragen der abendländischen Poetik auf: die Frage nach den Ursprüngen dichterischer Inspiration. In Auseinandersetzung mit den Äußerungen von Lyrikern des 20. Jahrhunderts wie – neben vielen anderen – Rudolf Borchardt, Joseph Brodsky, René Char, Lars Gustafsson und Octavio Paz, von Philosophen wie Peter Bieri und Hans Blumenberg und Germa-nisten wie Heinz Schlaffer und Peter von Matt entwickelt er eine eigene, pointierte Position, die von der These ausgeht, dass die Quelle, „aus der die klarsten Wasser sprudeln“, „im Dunkeln verborgen“ bleibe: „Die Hirnforschung wird uns früher oder später darüber aufklären können, wie dieser Überfall genau funktioniert, der für einen Moment – wie lange eigentlich? – das Bewußtsein außer Kraft setzt oder eine ähnliche Operation ausführt, die an einen geglückten Bankraub erinnert: auf jeden Fall geht es so schnell, daß der Hergang nur schwer zu rekonstruieren ist.“

Michael Krüger, geboren 1943 in Wittgendorf, ist Schriftsteller und Verleger. Von 1968 bis 2013 war er für den Carl Hanser Verlag tätig, zunächst als Lektor, dann als literarischer Leiter und später als Geschäftsführer. Krüger ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (München), der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt), der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz), der Akademie der Künste (Berlin) und der Académie européenne de Poésie Mersch (Luxemburg). Er ist Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Lyrik Kabinett und seit 2013 Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Für sein literarisches Werk wurde er u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis (1986), dem Prix Médicis étranger (1996), dem Mörike-Preis (2006) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2010) ausgezeichnet. 2014 wurde er zum Ehrenbürger Münchens ernannt und erhielt das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.


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Münchner Reden zur Poesie

Die Reihe widmet sich poetologischen Fragen und dokumentiert zugleich die Bedeutung, die der Dichtung in verschiedenen Bereichen der Gegenwartskultur zukommt. Die Reden werden ein- bis zweimal jährlich gehalten. Sie wurden begründet von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon und werden herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon.

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Michael Krüger

Das Ungeplante zulassen. Eine Verteidigung des Dichterischen

Münchner Reden zur Poesie
26 S., Broschur
Herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Lyrik Kabinett,
November 2014

ISBN 978-3-938776-37-7, 12,00 €

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