Der Flügelflagel gaustert /
durchs Wiruwaruwolz, /
die rote Fingur plaustert, /
und grausig gutzt der Golz.
Was ist /
das Gedicht? Was stellt es dar? Sagt, /
eine Tröstung aus Trauer und Zorn.
Pferd und Lerche. Gedichte
Michael Hofmann
Michael Hofmann, eine der markantesten Stimmen der englischen Gegenwartslyrik – eine Poesie der Weltläufigkeit, Intimität und radikalen Selbstironie
Die ersehnte Rückkehr eines großen Lyrikers unserer Zeit – fünfundzwanzig Jahre nach seinem ersten Band auf Deutsch. »Rechenschaft wurde von mir nicht verlangt, / und dennoch blieb ich sie schuldig«, schreibt Michael Hofmann, in dessen Versen sich Intimität und Weltläufigkeit auf unverwechselbare Weise verbinden. Ob er in Australien, Mexiko oder Hamburg weilt, der englischsprachige Dichter reflektiert amüsant und scharfzüngig über das Altern, die Erinnerung und unsere aus den Fugen geratene Zeit, in der »Plumpheit das neue Muss« ist. Je absurder die Welt, desto lauter das Lachen: Michael Hofmanns wunderbar trockener Humor und sein sprachlicher Einfallsreichtum finden in der glänzenden Übersetzung von Marcel Beyer und Jan Wagner ihre ideale Entsprechung.
Edition Lyrik Kabinett bei Hanser
In dieser Reihe erscheinen seit 2006 zwei bis drei Lyrik-Bände pro Jahr, viele von ihnen zweisprachig. Gründungsherausgeber der Reihe sind Ursula Haeusgen, Michael Krüger und Raoul Schrott. Weiterer Herausgeber von 2016 bis 2019 war Wolfgang Matz, seit 2019 Piero Salabè. Seit 2021 sind die Herausgeber Michael Krüger, Piero Salabè und Holger Pils.