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Langsamer träumen! denke ich und sehe /
mich nach Deckung um

(Harald Hartung)

Münchner Reden 7

Heinrich Detering

Vom Zählen der Silben

Der Literaturwissenschaftler und Lyriker Heinrich Detering erläutert in seiner vielbeachteten ›Münchner Rede zur Poesie‹ seine Erfahrungen mit Gedichten - und die möchte jeder gern teilen, der sich mit der Magie des Metrums und dem ästhetischen Zauber des Gedichts in unserer Zeit befasst.
»Weil mich, als Liebhaber, Leser und Schreiber von Gedichten, der Übergang vom Zählen in den Zauber interessiert, deshalb möchte ich heute von nichts weiter sprechen als vom Zählen der Silben.« Heinrich Detering macht in seinen Beispielen aus der Geschichte der Lyrik verstehbar und hörbar, wie in der »verborgenen Regel« der Inbegriff aller Sprachmusik zu finden ist.
»Wer der gewohnten Pracht des schönen Klangs misstraut, wer es lieber etwas prosaischer hätte und doch in gebundener und damit vom Alltag abweichender Rede; wer die Strenge der genauen Form und die Bescheidenheit des stilus humilis gern üben will, ohne sie vorzuzeigen oder selbst zum Thema zu machen, der kann hier ein neues Handwerk lernen.«

Heinrich Detering, geboren 1959 in Neumünster, studierte Deutsche Philologie, Skandinavistik,Theologie und Philosophie in Göttingen, Heidelberg und Odense. Nach der Promotion (1988) arbeitete er als Assistent von Albrecht Schöne in Göttingen, wo er 1993 habilitiert wurde. Bis zu seiner Berufung als Professor für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft in Göttingen (2005) war er Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literatur und Neuere Nordische Literaturen an der Universität Kiel. Heinrich Detering ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, der Göttinger Akademie der Wissenschaften und der Dänischen Akademie der Wissenschaften sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. im Jahre 2008 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2004/05 hatte er die Mainzer Poetikdozentur inne.
Neben zahlreichen anderen Veröffentlichungen erschienen von ihm: ›»Juden, Frauen, Litteraten«: Thomas Mann‹ (2005); ›Bob Dylan‹ (2007); ›Bertolt Brecht und Laotse‹ (2008) sowie literarische Übersetzungen (u. a. von Texten H.C.Andersens) und Gedichte (›Schwebstoffe‹, 2004; ›Wrist‹. 2009).


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Münchner Reden zur Poesie

Die Reihe widmet sich poetologischen Fragen und dokumentiert zugleich die Bedeutung, die der Dichtung in verschiedenen Bereichen der Gegenwartskultur zukommt. Die Reden werden ein- bis zweimal jährlich gehalten. Sie wurden begründet von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon und werden herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon.

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Heinrich Detering

Vom Zählen der Silben

Über das lyrische Handwerk
Münchner Reden zur Poesie
28 S., Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Lyrik Kabinett,
August 2009

ISBN 978-3-938776-22-3, 12,00 €

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