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Zwiesprache
Max Czollek über Hirsch Glik

„Warum heute Hirsch Glik (1922-1944) lesen? In Wilna geboren, kämpfte er gegen die Nationalsozialisten und verfasste eines der bekanntesten Partisanenlieder des Zweiten Weltkrieges. Mit Glik erschließt sich ein weitgehend verschüttetes Archiv wehrhafter Poesie – das uns auch wichtige Anstöße für Fragen und Probleme unserer gesellschaftlichen und literarischen Gegenwart liefern kann.“ So Max Czollek über den im deutschen Sprachraum nahezu unbekannten, auf Jiddisch schreibenden Autor Glik, mit dem er Zwiesprache halten will. Czollek, 1987 in Berlin geboren und promoviert am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, war Initiator und Kurator des internationalen Lyrikprojekts „Babelsprech zur Vernetzung einer jungen deutschsprachigen Lyrikszene (2013-15; 2016-18 forgtesetzt als „Babelsprech.International“). Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann intiierte und kuratierte er 2016 den „Desintegrationskongress“ zu zeitgenössischen jüdischen Positionen und 2017 die „Radikalen Jüdischen Kulturtage“ am Maxim Gorki Theater. Seine bislang drei Gedichtbände Druckkammern, Jubeljahre und Grenzwerte erschinenen im Verlagshaus Berlin und bei Hanser die Streitschrift Desintegriert euch! (2018). Seine Zwiesprache mit Glik wird im Herbst 2020 im Verlag das Wunderhorn publiziert.

Die gedruckte Zwiesprache können Sie entweder beim Verlag Das Wunderhorn oder bei Ihrem Buchhändler oder hier schon jetzt vorbestellen.

Foto unten: Hirsch Glik - Rechteinhaber trotz Recherchen nicht ermittelbar

1.
Zog nit keyn mol, az du geyst dem letstn veg,
khotsh hímlen bláyene farshtéln bloye teg.
Kúmen vet nokh úndzer óysgebenkte sho,
s'vet a poyk ton úndzer trot: mir záynen do
[…]

1.
Sag niemals, du gehst nun den letzten Weg,
wenn sich vor blaumen Himmel graue Wolke legt.
Kommen wird die Stunde noch ersehnt und nah,
unser Schritt, ein Paukenton und wir sind da!
[…]

Hirsch Glik, „זאָג ניט קיין מאָל, אַז דו גייסט דעם לעצטן וועג“, erste Strophe (oben in Umschrift); Übersetzung: Michael Czollek

Zwiesprache
Max Czollek

über
Hirsch Glik

Als Audioformat unter
www.dichterlesen.net

Montag, 06.07.2020 - 19:00 Uhr


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