Der Flügelflagel gaustert /
durchs Wiruwaruwolz, /
die rote Fingur plaustert, /
und grausig gutzt der Golz.
„Ich lasse die Welt in mich einsinken – irgendwann taucht sie als Sprache wieder auf“, so Daniela Danz über ihren fünften Gedichtband Portolan. Die Denkbewegung einer ‚Versenkung‘ bis zur Sprachwerdung ist für das Buch sehr treffend: Denn ein Portolan ist die Bezeichnung für eine mittelalterliche Seekarte. Danz wendet den Blick vom Festland weg auf die Meere, die ca. 70 Prozent der Erdoberfläche einnehmen – und speziell auf die Wegenetze der Frachtschifffahrt, über die jeder und jede einzelne von uns in das globalisierte Netz der Warenströme verstrickt ist. Zurücklauschend bis zur Antike verflechten die Gedichte Mystik und Logistik und aktuelle Weltereignisse mit intimen Alltagsbeobachtungen. Daniela Danz, geboren in Eisenach, ist vielfach ausgezeichnete Autorin von Lyrik, Romanen, Essays, Übersetzungen und Opernlibretti undVizepräsidentin der Akademie der Wissenschaft und der Literatur in Mainz. Heinrich Detering, geboren in Neumünster, ist selbst Dichter von inzwischen acht Lyrikbänden sowie Professor emeritus für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft in Göttingen, Mitglied zahlreicher Jurys, literarischen Gesellschaften und Akademien; die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung leitete er 2011-2017.
Hier endet der Tag
[…]
die Antennen schwanken im aufkommenden
Wind die Löwen legen sich nieder Blitze
wie zornige Taten erleuchten all die Fracht
unserer Wünsche die wir übers Meer schiffen
weil wir sie nicht bezahlen können und
hoffen dass später ein anderer für uns zahlt
Daniela Danz, Portolan. Gedichte. Wallstein Verlag 2025.
Portolan
Daniela Danz
präsentiert
ihren jüngsten Band
Moderation:
Heinrich Detering
Lyrik Kabinett
Amalienstr. 83a (Rückgebäude)
U3/U6 Haltestelle Universität
Eintritt: € 10 / erm. € 7
Mitglieder unseres Freundeskreises: freier Eintritt
Abendkasse, freie Platzwahl