lust-auf-lyrik_zweisprachig

Beyaz...bulutlar...wie...der Salzsee in T
Yağmur...yağar...wie...die Zahl der Meere in Ü
Güneş...doğar...wie...das Geld in
Ay...doğar...wie...auf der Flagge der
Sıcak...havalar...wie...die Sommer in
Arkadaşlık...wie...die Freundschaft in I

 

(Ahmet Doğu, Q 11)

„Weil ich eins und doppelt bin“ – zweisprachige Staffeln türkisch-deutsch

Das interkulturelle Modul wendet sich an zweisprachig aufgewachsene Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Sammelkursen (Türkisch Q11 und Q12) an Münchner Gymnasien. Sie übersetzen deutsche und türkische Lyrik in die je andere Sprache und schreiben sowohl deutsche als auch türkische Gedichte. Sie erleben dabei die Beschäftigung mit Poesie als einen Raum, in dem sie die jeweiligen Stärken und Charakteristika beider Sprachen neu und wacher wahrnehmen. Daraus entstehen spontan tiefreichende metasprachliche Reflexionen: In welcher Sprache denken oder träumen wir? Worin ähneln und unterscheiden sich Sprachen und warum? Wie kann der Einzelne dieses Potential nutzen, um sich selbst – in seinem türkischen und deutschen Umfeld – besser zu verstehen bzw. verständlich zu machen?

Aus dem Projekt gehen nicht nur eindrucksvolle Gedichte, sondern auch Übersetzungen höchst anspruchsvoller Texte hervor (Hölderlin, Goethe, Hikmet). Dabei ergibt es sich häufig, dass viele der Jugendlichen im Rahmen des Projekts erstmals die beiden in ihrer Alltagserfahrung getrennten Sprachsphären des Türkischen und des Deutschen zu vergleichen beginnen und sie in Übersetzungen oder auf der Suche nach Äquivalenzen einander annähern.

Im Anschluss an die zweisprachigen Abschlussabende entspinnen sich jeweils angeregte Gespräche zwischen deutschen und türkischen Publikumskreisen: über Rang, Position und Tradition von Lyrik in ihrer jeweiligen Kultur.