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Besmette Stad / Befallene Stadt 
Eine Hommage an den flämischen Dichter Paul van Ostaijen
Ein Abend mit
Anneke Brassinga, Paul Bogaert,
Ann Cotten und Franzobel 

Moderation: Anna Eble und Matthijs de Ridder  

Paul van Ostaijen (geboren 1896 in Antwerpen, gestorben 1928) lebte nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin und schrieb dort den Gedichtband Bezette Stad (Besetzte Stadt), der den ganzen Formenreichtum der Avantgarden erkundet (Expressionismus, Dadaismus und Surrealismus) und inhaltlich um einen jungen Mann aus Antwerpen zentriert ist – in einer Welt, die durch den Krieg in eine tiefe Krise gestürzt ist. Die flämisch-niederländische Organisation deBuren und die Paul van Ostaijen-Gesellschaft riefen 2020 dazu auf, in dem Projekt Besmette Stad (www.besmette.stad.eu), das sich an Ostaijens Werktitel anlehnt, die Parallelen zwischen der damaligen Krise und den Krisen unserer Gegenwart auszuloten. Was als Auseinandersetzung mit der Pandemie begann, gewinnt heute weitere, aktuelle Konnotationen … Im Mittelpunkt des Projekts stand das Gedicht „De Aftocht“ / „Der Rückzug“, der letzte Text aus Besetzte Stadt, in dem Van Ostaijen von Berlin aus auf die Befreiung Antwerpens am Kriegsende zurückblickt. 150 niederländisch- und deutschsprachige Künstlerinnen und Künstler haben in eigenen Beiträgen darauf reagiert – ein zeiten- und sprachenübergreifender Polylog. In München präsentieren dieses Projekt die Lyrikerin und Literaturtheoretikerin Ann Cotten (geboren 1982 Iowa, USA), der experimentelle Lyriker, Dramatiker und Romancier Franzobel (geboren 1967 in Oberösterreich), die niederländische Dichterin und Übersetzerin Anneke Brassinga (geboren 1948 in Arnhem) und der in Flandern lebende Dichter und Poesiefilmer Paul Bogaert (geboren 1968). Durch den Abend führen die Übersetzerin und Kuratorin Anna Eble und Paul-van-Ostaijen-Biograph Matthijs de Ridder.

... het kuiken speranza heeft rank trappelend zich weggeschopt
                                                                                     van het gepeupel
de blote hemel in, dobbert wiekloos op eigen ademtocht omhoog
naar daar waar nog een vleug van schijnsel heerst ...

… das Küken Speranza hat flatterhaft trippelnd sich weg
                                                                    vom Gesocks gestoßen
hinein in den nackten Himmel, dümpelt nun flügellos
                                                         aufwärts auf eignen Atemzügen
hoch wo noch ein Anflug vom Leuchten herrscht …

Anneke Brassinga, aus dem Gedicht: „In de verte“ / „In der Ferne“, www.besmette.stad.eu; übersetzt von Ira Wilhelm

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Ann Cotten (c) Heike Bogenberger


Franzobel (c) naam fotograaf


Paul Bogaert (c) Koen Broos
 
Kooperation

Besmette Stad
Befallene Stadt 

Eine Hommage
an den
flämischen
Dichter
Paul van Ostaijen

100 Jahre
nach Erscheinen
seines Meisterwerks
reagieren
150 Künstlerinnen
und Künstler
auf sein Werk

Ein Abend mit
Anneke Brassinga,
Paul Bogaert,
Ann Cotten

und
Franzobel

Moderation:
Anna Eble
und
Matthijs de Ridder

Freitag, den 24.06.2022
19:30 Uhr

Lyrik Kabinett
Amalienstr. 83a
(Haltestelle U3 / U6 Universität)

Präsenzveranstaltung: € 8 / € 6; Mitglieder: freier Eintritt
Bitte melden Sie sich an: info (at) lyrik-kabinett.de.
Die Veranstaltung ist zeitnah nachzuhören auf www.dichterlesen.net