Der Flügelflagel gaustert /
durchs Wiruwaruwolz, /
die rote Fingur plaustert, /
und grausig gutzt der Golz.
Die Birthday Letters zu lesen – so meinte Seamus Heaney – sei wie das Erleben der Taucherkrankheit. „Die Druck-Verhältnisse - von Trauer und Leid -, die in diesem Werk herrschen, nehmen einem den Atem.“ Es war die Sensation des englischen Kulturjahres 1998, als Ted Hughes wenige Wochen vor seinem Tod jene ‚Geburtstagsbriefe‘ veröffentlichte: die poetische Aufarbeitung seiner Beziehung zu der amerikanischen Dichterin Sylvia Plath, mit der er knapp sieben Jahre verheiratet war, und die sich 1963 das Leben genommen hatte. Das Übersetzerduo, dem sich eine zeitnahe deutsche Fassung der Letters verdankte, Andrea Paluch und Robert Habeck, führten mit dem Dichter in seinen letzten Lebensmonaten eine intensive Korrespondenz. Ihre Übertragung wird von der Kritik einhellig geschätzt: Sie habe Hughes „Mischung von Alltagssprache und hochpoetischen Formeln, Bildern, Gesten“ im Deutschen eindrücklich bewahrt (Alexander von Bormann). Im Lyrik Kabinett sprechen Robert Habeck und Andrea Paluch über Ted Hughes, dessen Verhältnis zu Sylvia Plath und über ihre Übersetzungsarbeit. Robert Habeck, promoviert mit einer Arbeit zur „gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität“, war 2021-2025 Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Vizekanzler. Andrea Paluch, promoviert über Selbstreferentialität in der zeitgenössischen britischen Lyrik, ist Autorin von Romanen (z.T. zusammen mit Robert Habeck), Schul- und Drehbüchern und Übersetzungen aus dem Englischen.
Ted Hughes: „Mein Ziel war es eine so einfache Sprache zu finden, so psychologisch naiv und nackt, dass mein Gefühl mit ihr [Sylvia] zu kommunizieren, frei war und unbefangen. Es ging darum, mir einige Dinge von der Seele zu schreiben - aber auf innige Weise, direkt an sie. Es war eine Art Notwendigkeit.“
Aus einem Brief an Robert Habeck und Andrea Paluch vom 16. Juni 1998
Was glühend
in den Brennpunkt
floß, war Blut
Andrea Paluch
und
Robert Habeck
präsentieren
ihre Übersetzung
von Ted Hughes‘
Birthday Letters
Lesung
der englischen
Originale:
Tai Steyn
Lyrik Kabinett
Amalienstr. 83a (Rückgebäude)
U3/U6 Haltestelle Universität
Eintritt: € 20,
erm. € 15
Mitglieder
unseres Freundeskreises: € 10
Vorverkauf:
in der Bibliothek
des Lyrik Kabinetts
zu den regulären Öffnungszeiten
oder unter
info (at) lyrik-kabinett.de.
Keine Abendkasse